Krankheitsbild
und Verlauf:
Die
Katzenseuche, welche durch das Parvovirus verursacht wird, beginnt oft mit
Mattigkeit, allgemeiner Lustlosigkeit und Reduzierung oder vollständigem
Verlust des Appetites. Wenn man in dieser Phase im Enddarm die Temperatur
misst, so läßt sich meistens Fieber mit über 40 C feststellen. Die normale
Körpertemperatur beträgt bei der erwachsenen Katze 38,0 bis 39,0'C. Nach
etwa einem Tag kehrt die Temperatur auf die Normalwerte zurück, kurz danach
steigt sie aber erneut zu einem zweiten Fiebergipfel an. Zum typischen
Krankheitsbild gehört Erbrechen, später oft auch Durchfall. Diese für die
Katzenseuche typische Form (sog. akuter Verlauf) führt ohne Behandlung
innerhalb von wenigen Tagen zum Tod. Die Katzenseuche kann auch einen sehr
raschen Verlauf nehmen - dann spricht man vom perakuten Krankheitsverlauf -
und innerhalb von wenigen Stunden zum Tod durch Schock führen. Beim perakuten
Verlauf wird in der Regel kein Fieber beobachtet.
Gelegentlich
äußert sich die Erkrankung aber lediglich als Mattigkeit, begleitet von länger
dauerndem Durchfall. Tiere mit geringgradigem Schweregrad von Katzenseuche können
sich spontan erholen. Tiere, die eine Parvovirusinfektion überwunden haben,
sind vermutlich während sehr langer Zeit vor einer erneuten Infektion geschützt.
Das
Virus und die Übertragung:
Beim
Parvovirus handelt es sich um eines der widerstandsfähigsten Viren, die wir
kennen. ln der Umgebung kann das Parvovirus jahrelang ansteckend bleiben. Es
ist nachgewiesen, daß Katzen sich in Räumen anstecken können, in denen vorgängig
andere Tiere lebten, welche mit dem Kot Parvovirus ausscheiden. Für die
Infektion am wichtigsten dürfte aber der direkte Kontakt sein. Besonders empfänglich
sind Jungtiere im Alter von sechs Wochen bis etwa vier Monaten. Durchfallkot
enthält massenhaft Parvoviruspartikel.
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Beim
Parvovirus handelt es sich um eines der widerstandsfähigsten Viren,
die wir kennen. |
Diagnose
und Therapie:
Auch
hier steht dem Tierarzt ein Test zur Verfügung, mit dem im Kot das Parvovirus
direkt nachgewiesen werden kann. Wird der Durchfallkot allerdings erst einige
Tage nach Beginn der Erkrankung untersucht, so fällt der Test oft negativ
aus. In diesem Fall kann der Tierarzt aufgrund einer Blutuntersuchung dennoch
- wenn auch indirekte - Hinweise auf eine Parvovirusinfektion finden. Die
Katzenseuche geht nämlich einher mit einem massiven Verlust der weißen Blutkörperchen.
Während die Zahl der weißen Blutkörperchen je nach Alter zwischen 6000 und
15000/l Blut liegt, fallen die Werte bei Katzenseuche bis unter 400 Zellen/l
ab. Bei der Katzenseuche ist es außerordentlich wichtig, daß mit der
Behandlung möglichst rasch begonnen wird.
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Bei
der Katzenseuche ist es außerordentlich wichtig, daß mit der
Behandlung möglichst rasch begonnen wird. |
Die
Behandlung zielt darauf ab, den durch den Durchfall entstandenen Flüssigkeitsverlust
durch Dauertropfinfusionen von Salzlösungen, denen auch Traubenzucker
beigegeben wird, zu beheben. Wenn aufgrund des Durchfalles auch Eiweißstoffe
verloren gingen, sollte der Eiweißverlust durch eine Übertragung von
Blutplasma oder sogar von Vollblut behoben werden. Der im Verlauf der
Katzenseuche auftretende Verlust der weißen Blutkörperchen beraubt die Katze
eines wichtigen Abwehrmechanismus gegen Bakterien. Daher werden viele Tierärzte
Katzen mit Parvovirusinfektion vorsichtshalber gleichzeitig mit Antibiotika
behandeln, um allenfalls vorliegende krankmachende Bakterien an der Vermehrung
zu hindern.
Die
Heilungschancen der Erkrankung hängen einerseits ab vom Schweregrad und
andererseits vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginns. Je leichter der
Erkrankungsgrad und je früher der Behandlungszeitpunkt, desto größer sind
die Chancen einer vollständigen Genesung.
Vorkommen
und Bedeutung:
Bevor
eine Impfung gegen Katzenseuche zur Verfügung stand, war die Katzenseuche
weltweit die wichtigste Virusinfektion. Seit der Einführung der Impfung in
den frühen Sechziger Jahren hat die Katzenseuche ihre Bedrohung weitgehend
verloren. Wird auf die Impfung verzichtet, so kommt es immer wieder zu
vereinzelten Fällen von Katzenseuche.
Impfung:
Zur
Grundimmunisierung sind Jungkatzen im Alter von neun und zwölf Wochen zweimal
zu impfen, was am einfachsten zusammen mit der Schnupfenimpfung geschieht. In
Katzenzuchten, in denen ein Parvovirusproblem aufgetreten ist, besteht eine
erhöhte Infektionsgefahr, weil das Parvovirus auf Böden, in Kotkistchen und
an Möbeln jahrelang überleben kann.
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In
Katzenzuchten, in denen ein Parvovirusproblem aufgetreten ist, besteht
eine erhöhte Infektionsgefahr, weil das Parvovirus auf Böden, in
Kotkistchen und an Möbeln jahrelang überleben kann. |
In
solchen Situationen kann es nötig werden, daß mit der ersten Impfung bereits
im Alter von 6 Wochen begonnen wird. Ob dies notwendig ist, ist mit dem
Tierarzt zu besprechen. Auch bei der Katzenseuche wird eine jährliche
Wiederholungsimpfung empfohlen. Andere Maßnahmen zur Infektionskontrolle:
Wegen der außerordentlichen Widerstandsfähigkeit des Parvovirus ist vor
allem in Tierheimen, wo die Gefahr einer Einschleppung der Infektion gegeben
ist, auf größtmögliche Hygiene zu achten. Insbesondere sind Käfige nach
jeder Belegung sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren.
Desinfektionsmittel können heim Tierarzt bezogen werden.
(Quelle:
http://www.hkcev.de)