Krankheitsbild
und Verlauf:
Beim
Katzenschnupfen handelt es sich um eine Erkrankung des Nasen- Rachenraumes, in
vielen Fällen auch der Bindehäute der Augen.
Die
Krankheit tritt am häufigsten bei jungen Katzen im Alter von sechs bis zwölf
Wochen auf. Die Dauer zwischen Infektion und ersten klinischen Symptomen beträgt
wenige Tage. Die ersten Krankheitszeichen äußern sich als Niesen. Wenig später
wird ein wässeriger Nasen- und Augenausfluss beobachtet. Oft, aber nicht
immer, bleibt die Fresslust erhalten. Meistens verschwinden die
Krankheitssymptome nach zehn- bis zwölftägiger Krankheitsdauer von selbst.
Gelegentlich kommt es aber zu sogenannten Sekundärinfektionen, also zusätzlichen
Infektionserkrankungen bedingt durch Bakterien, welche üblicherweise nicht
zur Erkrankung führen. In diesem Fall wird der Nasenausfluss eitrig und die
Entzündungserscheinungen können sich auch auf die Nebenhöhlen der Nase
ausdehnen. Dies Sekundärinfektionen durch Bakterien können durch
Verabreichung von Antibiotika tierärztlich behandelt werden.
Das
Virus und die Übertragung:
Der
Katzenschnupfen kann durch zwei Viren verursacht werden, nämlich das
Herpesvirus der Katze und das sogenannte Calicivirus. Aufgrund der
Krankheitssymptome läßt sich die Ursache des Schnupfens in der Regel nicht
genau erkennen, auch wenn das Herpesvirus eher zu Nasen- und Augenausfluss und
das Calicivirus eher zu Veränderungen auf der Zunge führt.
Die
Ansteckung einer empfänglichen Jungkatze erfolgt meistens durch den direkten
Kontakt mit einem infizierten Tier, welches das Herpesvirus, das Calicivirus
oder in schlimmen Fällen beide Viren mit dem Ausfluss oder durch Niesen
freisetzt. Durch die Genesung kommt es aber nicht automatisch zu einem Abbruch
der Virusausscheidung. Ein Teil der Katzen wird auch nach einer scheinbaren
Abheilung weiterhin Virus ausscheiden und damit empfängliche Tiere gefährden.
Diagnose
und Therapie:
Die
Diagnose "Katzenschnupfen" läßt sich aufgrund des Niesens, des
Nasen- und Augenausflusses stellen. Allerdings können diese Symptome in
seltenen Fällen auch durch andere Erreger (sog. Mycoplasmen, Chlamydien oder
auch Bakterien) verursacht werden. Der direkte Nachweis von Herpes- oder
Caliciviren ist unter Praxisbedingungen nicht möglich; er wird lediglich in
Speziallabors durchgeführt. Zur Zeit gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten,
mit welchen die Virusvermehrung gezielt unterbunden werden könnte. Bei
starken Schnupfensymptomen ist es wichtig, daß die Nasenöffnungen mechanisch
offengehalten werden und daß bei eitrigem Nasenausfluss die sog. Sekundärinfektionen,
die durch an sich harmlosen Bakterien erfolgen können, durch Verabreichung
von Antibiotika bekämpft werden. Bei starken Symptomen haben die erkrankten
Tiere mitunter Schwierigkeiten, Wasser aufzunehmen. Der dadurch bedingten
Austrocknung ist unbedingt vorzubeugen, wenn notwendig sogar durch Infusionen
von Flüssigkeit durch den Tierarzt. Bei entzündlichen Veränderungen des
Zahnfleisches und der Zunge ist unbedingt darauf zu achten, das den Tieren
weiches Futter zur Verfügung steht, daß nicht weiter zerbissen werden muß
und dessen Aufnahme keine zusätzlichen Schmerzen verursacht.
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Bei
entzündlichen Veränderungen des Zahnfleisches und der Zunge ist
unbedingt darauf zu achten, dass den Tieren weiches Futter zur Verfügung
steht, das nicht weiter zerbissen werden muß und dessen Aufnahme
keine zusätzlichen Schmerzen verursacht. |
Vorkommen
und Bedeutung:
Das
Herpes- und Calicivirus sind in der Katzenpopulation weit verbreitet. Sie dürften
zusammen für mindestens 75% aller Erkrankungen des Atemapparates
verantwortlich sein. Diese beiden Infektionserreger sind besonders für
Katzenheime sowie Züchter von Bedeutung, da sie sich dann besonders leicht
verbreiten können, wenn Tiere eng zusammen gehalten werden.
Impfung:
Seit
Mitte der Siebziger Jahre stehen dem Tierarzt Impfstoffe gegen beide
Infektionskrankheiten zur Verfügung. Die Grundimmunisierung umfasst zwei
Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen, wobei die erste Impfung nicht
vor der achten Lebenswoche erfolgen sollte. Es wird empfohlen, diese Impfungen
einmal jährlich zu wiederholen.
Andere
Maßnahmen zur Infektionskontrolle:
Wenn
die Herpesvirusinfektion in einer Zucht vorkommt, muß damit gerechnet werden,
daß ein großer Teil der Tiere nach überstandener Infektion latent infiziert
bleibt. Dies bedeutet, daß die Katzen zwar gesunden, aber, wie oben erwähnt,
auch weiterhin das Virus ausscheiden können. Wenn ein Züchter bei seinen
Jungtieren immer wieder Schnupfensymptome entdeckt, sollte er dieses Problem
mit dem Tierarzt besprechen, um eine Bekämpfungsstrategie zu erarbeiten.
Damit in Tierheimen und Tierkliniken eine Ansteckung mit Herpesvirus vermieden
werden kann, sollten die Tiere keinen direkten Kontakt zueinander haben. Wenn
Käfige seitlich durch Wände getrennt sind und zwischen gegenüberliegenden
mindestens 1,5 m Distanz vorgesehen wird, so kann die Übertragung der
Schnupfenerreger wirkungsvoll gehemmt werden.
(Quelle
: http://www.hkcev.de)