|
|
21.6.2004 Unserem kleinen Verein ist es mit Hilfe einer großzügigen Sponsorin, die nicht genannt werden will, gelungen, fünf Yaks und ein Hochlandrind aus der Konkursmasse des Safariparks Gänserndorf freizukaufen. Die Tiere werden jetzt noch tierärztlich untersucht und für die Reise vorbereitet, dann können sie demnächst in ihr neues Zuhause übersiedeln. Herr Heinz Preiss und seine Frau Ruth vom Gnadenhof und Tierschutzzentrum in 5221 Lochen haben sich bereit erklärt, auch für diese Tiere bis an ihr natürliches Lebensende zu sorgen. Sie sind nun in Sicherheit und werden vom Team von GFAT betreut. Wir sind sehr froh, dass wir die Tiere dort unterbringen durften. Diese Einrichtung wurde in der Zwischenzeit von den Vier Pfoten übernommen. Die Tiere sind natürlich geblieben und werden bestens versorgt. 6.10.2004 Wir freuen uns, dass wir ein weiteres "Rindvieh" ;-) aus Gänserndorf freikaufen konnten. Der mächtige Watussi - Bulle mit dem treffenden Namen Herkules ist heute ebenfalls in Lochen eingezogen. Wir sind sicher, dass er sich dort genau so wohl fühlen wird wie die Yaks und Bobby, das Hochlandrind. update 2009 : Leider musste Herkules eingeschläfert werden, denn er war bereits sehr alt und schwach. Aber er hatte noch eine schöne Zeit in Lochen. Das Gras auf der Regenbogenwiese wird ihm auch schmecken..... Alle Bilder zeigen die Tiere in ihrer jetzigen Heimat - man sieht, es geht ihnen gut ! Aber sie alle brauchen Paten, die mithelfen, für ihr Wohlergehen zu sorgen. Wir danken der Geldgeberin mit dem großen Herzen für Tiere und dem Team des Gnadenhofes. Wir danken FOR ANIMALS und Frau Karin Schmidt aus Dortmund für die Unterstützung bei den Transportkosten für Herkules. Für uns ist dieses Projekt beeendet. |
|
4.11.2004 Artikel in der "Presse", Seite 9 : Ende für den Safaripark Gänserndorf
Endgültiges Aus nach monatelangem Tauziehen: Das Konzept für die Wiederbelebung wird angesichts eines negativen Gutachtens vom Land abgelehnt.
St. Pölten (wa/apa) – Der monatelange Streit um die Zukunft des Pleite gegangenen Safariparks in Gänserndorf ist entschieden. Nach Dutzenden Konzepten und Vorschlägen unterschiedlichster Bewerber ließ das Land Niederösterreich das Konzept des Gänserndorfer Tierarztes Josef Zohrer prüfen – und lehnte es ab. "Die Prüfung durch Tourismusexperten hat ergeben, dass das Konzept nicht durchführbar ist", so Eco plus-Geschäftsführer Helmut Miernicki zur "Presse". Das Modell Safaripark habe sich angesichts des heutigen Konsumverhaltens überlebt. Weitere Gründe für die Ablehnung: Die unrealistische Vorstellung von der Förderhöhe von 50 Prozent. Außerdem hätte das Land das gesamte Risiko übernehmen sollen.
Schicksal der Tiere ungeklärt
Noch ungeklärt ist das Schicksal der restlichen im Park verbliebenen Tiere. Als Überbrückungshilfe hatte das Land Niederösterreich in den vergangenen Monaten insgesamt 800.000 Euro zur Verfügung gestellt. Weiteres Geld gibt es nicht mehr. Zoher strebt nun eine "Notlösung" an und plant eine Auffangstation für exotische Tiere. Diese könnte auch für Besucher zugänglich sein. Offen ist, ob das vom Pharmakonzern Baxter finanzierte Affenhaus in das Projekt integrierbar ist. Darin sind derzeit etwa 100 Primaten untergebracht.
Ab sofort beginnt auch die Suche nach neuen Geldgebern, man hofft auf Spenden und auf Förderungen durch den Bund.
12.11.2004
aus einer Presseaussendung von
Vier Pfoten : ab sofort übernimmt VIER
PFOTEN als neuer Eigentümer der 14-köpfigen Löwengruppe
die Kosten für die tierärztliche Betreuung, Fütterung und Versorgung der 14
Löwen. Die kommenden Wochen sollen die Tiere noch am Areal des ehemaligen
Safariparks verbringen. "
Die Tierschutzorganisation arbeitet seit Jahren auf internationaler Ebene. Sie
wird ihre Kontakte nützen, um für die Großkatzen eine passende Heimat in
Europa oder Afrika zu finden. "Die Tiere sollen schon bald ein Leben
in einem Freigehege führen können und wenn möglich in der bestehenden
Gruppe belassen werden", erklärt Dungler. Um den Tieren die
verbleibende Zeit im Safaripark möglichst adäquat zu gestalten, wird das
bestehende Areal für die Winterunterkunft der Tiere seitens der
Tierschutzorganisation nach dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse
adaptiert. Die zwei männlichen und zwölf weiblichen afrikanischen Löwen
sind in gutem Gesundheitszustand und zwischen zwei und siebzehn Jahren alt.
Der größte Teil der Großkatzen wurde schon im Safaripark geboren, was eine
Auswilderung unmöglich macht.
13.2.2005
aus dem Newsletter von www.tierlieb.net
1) Vor Dem Aus: "Die letzte Chance für den Safaripark"
VON ANNE-CATHERINE SIMON (Die Presse) 14.02.2005
Für Tierarzt Josef Zoher ist es bei seinem Gänserndorf-Projekt "5 vor 12". Eine Lösung für die Tiere gibt es nach wie vor keine.
Gänserndorf/Wien. "Ein Baubeginn im März ist die letzte Chance für den Safaripark. Wenn wir die heurige Saison nicht mitnehmen können, ist mein Projekt finanziell nicht durchführbar", sagt Josef Zoher, Tierarzt in Deutsch-Wagram. Ob es dazu kommt, ist fraglich. Die Gemeinde Gänserndorf befasst sich Ende Februar in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Antrag Zohers, das Gelände zu pachten und einen Tierpark einzurichten. "Die Gemeinde ist Liegenschaftsbesitzer. Für uns ist wesentlich zu wissen, wer für die Tiere haftet, wenn es die Gesellschaft nicht mehr gibt. Das ist gewissenhaft zu prüfen", meint Bürgermeister Johann Karl. Ob dafür die eine Gemeinderatssitzung ausreiche, sei unklar.
Im Sommer 2004 war der Wildtierpark nach 32 Jahren in den Konkurs geschlittert, der Großteil der Tiere wurde verkauft. Kein Einzelfall, wie Monika Kehrer vom Tierschutzverein "Vier Pfoten" berichtet: Das Konzept "Afrika vor der Haustüre" sei gescheitert, die Hälfte aller europäischen Safariparks seien in den letzten Jahren eingegangen. Selbst wenn Zoher noch grünes Licht erhalten sollte, bleibt das Finanzierungsproblem.
Das Land hat Zoher bis jetzt eine Förderung verweigert, er setzt seitdem auf bereits laufenden Spendenkampagnen diverser Tierschutzorganisationen - und, aufgrund des neuen Tierschutzgesetzes, auf den Bund. Immerhin gehöre zu seinen Plänen auch ein Tierschutzprojekt, betont er, eine "Auffangstation für misshandelte Tiere". 500.000 Euro könnte Zoher fürs Erste investieren. "Autosafari wäre in der ersten Zeit keine möglich", räumt er ein.
Vierzehn Löwen, ein Nashorn, drei Elefanten, vier Kamele, zehn Hirsche, 15 Atilopen und 110 Affen befinden sich noch auf dem Gänserndorfer Areal. Die Löwen werden von den "Vier Pfoten" betreut, eine neue Heimat ist noch nicht gefunden. "Wir sind immer noch in Verhandlungen", heißt es im Verein. Die übrigen Tiere, mit Ausnahme der Affen, sind derzeit noch in der Obhut von Zohers Verein "Momo": "Wir hätten einige gute Plätze für die Gänserndorfer Tiere anbieten können", sagt Schönbrunn-Direktor Helmut Pechlaner. Er spricht von "völlig undurchsichtigen Machenschaften" und fühlt sich vom Verwalter der Konkursmasse Ferdinand Bruckner übergangen. Dessen Kommentar: Man habe offenbar gemeint, die Tiere seien "um einen Euro" zu haben.
Hauptproblem bleibt die Zukunft der 110 Tiere des Affenhauses - pensionierte Versuchsaffen des US-Pharmakonzerns Baxter: 45 Schimpansen, dazu Paviane und Makaken. Von den Schimpansen sind 15 Aids- und/oder Hepatitis-infiziert, sie sind in einem unzugänglichen Trakt des Affenhauses untergebracht und werden Gänserndorf mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr verlassen. Für die gesunden Tiere sucht man intensiv nach einer neuen Heimat. Das hat auch finanzielle Gründe: Die hiesige Betreuung kostet die Pharmafirma Baxter derzeit bis zu 60.000 Euro im Monat - das Dreifache der ursprünglich vorgesehenen "Affenpension". Abgesehen davon sind die Schimpansen kaum "touristisch verwertbar": Sie sind nervlich nur begrenzt imstande, Besucher zu ertragen", sagt die Zoologin und Psychologin Signe Preuschoft. Sie leitet das von Baxter initiierte Resozialisierungsprojekt für die Gänserndorfer Versuchsaffen.
Die Schweizer Natur- und Tierschutzstiftung "Fondation Franz Weber" wollte die gesunden Schimpansen im Nationalpark von Fazao-Malfakassa im westafrikanischen Togo unterbringen. Doch Tierexperten warnen, dass die Tiere auf die Bevölkerung losgehen könnten - eine Befürchtung, die laut Weber nicht unberechtigt ist: "Die Tiere sind verhaltensgestört und überhaupt nicht sozialisiert. Sie müssten ständig betreut und überwacht werden." Ein neues Angebot sei nun aus England gekommen, berichtet Signe Preuschoft. "Monkey world", eine Auffangstation für gestrandete Menschenaffen, habe sich bereit erklärt, die Tiere aufzunehmen. Und die restlichen Affen? "Für sie fühlt sich keiner verantwortlich", klagt Preuschoft. "Dabei ist ihre Betreuung gar nicht so teuer." Einige hoffe man nun in Mallorca unterzubringen. Keine ideale Lösung für die Tiere. "Aber immer noch besser, als wenn sie euthanasiert werden". Preuschoft hofft als letzte Rettung auf Schützenhilfe prominenter Idealisten - etwa Gut-Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser.
ERLEBNISPARK / SPÖ-Bürgermeister
Johann Karl möchte auf dem Areal Federvieh züchten. Zuvor müssen aber
die Affen und Löwen vom Gelände.
VON T. SCHINDLER UND C. WIDLAK
GÄNSERNDORF / „Der Safaripark ist tot, es lebe der Gänsepark“, könnte
es schon bald heißen. Zumindest wenn es nach dem Willen von SPÖ-Bürgermeister
Johann Karl geht. Er lässt mit einer neuen Idee aufhorchen: „Das Gelände
würde sich für eine Gänsezucht bestens anbieten.“
Die natürliche Haltung ist dem Stadtchef wichtig: „Auch pannonisches
Steppenwild, Schafe, Ziegen und Rotwild könnte man ansiedeln. Und alles
professionell vermarkten - mit einem sanften Tourismus, einem Streichelzoo
und einer Gastronomie.“ Die Gebrüder Wild aus Deutsch Wagram - Besitzer
der Grill-Ranch - wollen das Gelände pachten. Karl weiter: „Das Ganze könnte
man sich so vorstellen. In einer Ecke werden die Gänse gezüchtet, in der
nächsten werden die Federn verwertet und im Gasthaus kommen Gänseleber
und -braten auf den Tisch.“
Bevor der Erlebnispark aber in Szene gesetzt werden kann, gilt es
vorher noch andere Probleme zu lösen. Denn: Noch immer leben 14 Löwen
und über 80 Affen auf dem verwaisten Safaripark-Gelände. Vergangenen
Donnerstag gab es deshalb auch einen Lokalaugenschein durch eine Gänserndorfer
Gemeinderats-Delegation.
Zuerst wurden die Affen-Gehege besichtigt. 44 Schimpansen sind dort
untergebracht, davon sind 14 mit dem HIV-Virus infiziert. „Diese sind
schwer zu vermitteln“, erklären die Mitglieder vom Verein „Menschen für
Affen“, die sich um die Pflege der Tiere kümmern. Für die Erhaltung
der beiden Affenhäuser werden 40.000 bis 50.000 Euro pro Monat gebraucht.
Das kann aber nicht ewig fortgesetzt werden: „Baxter steuert monatlich
19.000 Euro an Unterhaltskosten bis zum Jahr 2012 bei“, heißt es
seitens des Vereins. Der Geldtopf ist daher nicht unerschöpflich und kann
auch schon vorher versiegen.
Ein Problem bereiten auch die Löwen. Ein Versuch, sie nach Kenia in
ein Gehege zu bringen, scheiterte an den dort zuständigen Behörden. In
die freie Wildbahn können die Raubtiere nicht mehr ausgesetzt werden.
„Gute Plätze sind kaum bis überhaupt nicht zu finden“, weiß Josef
Pfabigan von den „Vier Pfoten“ über den Ernst der Lage Bescheid.
ZWISCHENBILANZ / Riesenerfolg für die große NÖN-Umfrage über
Nachnutzung des Safariparks: Bisher gaben 400 Bürger ihre Stimme ab.
Ergebnis in einer Woche. VON THOMAS SCHINDLER
GÄNSERNDORF / Trotz des alles überschattenden Hochwassers machten überraschend
viele Leser bei der großen NÖN-Umfrage zum Thema „Nachnutzung des
Safariparks“ mit. Zur Erklärung: Die Umfrage war bereits vor der Flut
geplant und konnte aus technischen Gründen nicht mehr auf einen späteren
Zeitpunkt verschoben werden. Seit Dienstag der Vorwoche konnte auf der NÖN-Homepage
mitgestimmt werden. Die Frage: Was soll mit dem Safaripark-Gelände
passieren?
Nachdem der Park 2004 Pleite ging, „bewachen“ derzeit nur noch die
Löwen und ein paar Dutzend Affen das Areal. Für die Tiere wird
krampfhaft ein neues Zuhause gesucht. Bis 2007 müssen sie verschwunden
sein, so SPÖ-Bürgermeister Johann Karl. Dann endlich kann das Gelände für
ein neues Projekt genutzt werden. Karl selbst wünscht sich einen Gänse-Erlebnispark,
wobei die Gänse selbst nur einen Teil des Parks bevölkern sollen:
„Dazwischen könnte man heimische Tiere aller Art ansiedeln - mit
Streichelzoo und Gastronomie.“
Park für heimische Tiere, Wildtiere oder Sportler? Zum Beispiel: Campingplatz mit Tiermuseum und Naturlehrpfad, Tierheim,
neuer Safaripark, Fahrsicherheitszentrum mit Go-Kart-Bahn, Schwimmbad etc.
Die NÖN-Umfrage läuft noch bis Freitag (14. April) 12 Uhr. In der
kommenden Ausgabe wird das Endergebnis präsentiert. Machen Sie mit! Auf
der Homepage www.noen.at können Sie Ihre Stimme abgeben.
Mehrheit derzeit für Idee der Grünen: „Wildtiere!“
Die ÖVP hingegen plädiert für ein Freizeitzentrum. Gemeinderat Rudolf
Stöger: „Zum Skaten und Mountainbikefahren plus Gastronomie.“ Die Grünen
wiederum wollen eine Auffangstation für exotische Wildtiere mit
wissenschaftlichem Kompetenzzentrum. Gemeinderat Volker Weiss: „Die
Affen und Löwen sollen bleiben. Labortiere und illegal gehaltene
Wildtiere könnten hier in Pension gehen.“ Nun zum vorläufigen
Umfrage-Ergebnis: Insgesamt 383 Stimmen wurden von Dienstag bis Montag 12
Uhr abgegeben (Montagabend waren es bereits über 400, die werden in der
kommenden Ausgabe ausgewertet). 66,1 Prozent sprachen sich für die Grün-Idee
aus, 15,7 Prozent für den VP-Vorschlag, 6,8 Prozent für die SPÖ-Idee
und 11,5 Prozent hatten eigene Vorschläge.
Ein Marchfelder Tierarzt will bedrohten Arten ein Zuhause geben.
Der Safaripark gehört zu Gänserndorf wie das Bier zum Gulasch.
Immerhin verdankt die Stadt der 2004 geschlossenen Tourismusattraktion
einen Bekanntheitsgrad, den selten eine Kommune dieser Größenordnung
aufweisen kann.
Nun wird ein neues Kapitel in der nun schon 35-jährigen Geschichte des
Safariparkes aufgeschlagen. Josef, oder wie ihn seine Freunde nennen,
„Joe“ Zoher, Leiter eines Tierspitals in Deutsch-Wagram, hat sich
einen alten Traum erfüllt: Er pachtet das rund 300.000 Quadratmeter große
Areal und will dort bis spätestens Sommer 2008 wieder einen Tierpark eröffnen.
Der Gänserndorfer Gemeinderat gab ihm dazu in der Nacht zum Freitag seine
Zustimmung.
Als Betreiber wird eine „Safaripark Revitalisierungs-Gesellschaft“
fungieren (Kontonummer 2.464.840, BLZ 32092). „Wir erwarten uns einige
Arbeitsplätze sowie eine Belebung der regionalen Wirtschaft, insbesondere
der Gastronomie“, so Annemarie Burghardt, Bürgermeisterin von Gänserndorf.
Die Höhe der Pacht wurde moderat angesetzt. Man wolle daran nicht
verdienen, wird betont. Der Vertrag gilt für 50 Jahre.
Burghardt: „Uns geht es vor allem darum, dass wieder ein Tierpark und
eine Erlebniswelt für Kinder geschaffen wird. Also eine Attraktion sowohl
für die Menschen der Region als auch für die Bewohner der Großstädte
Wien und Bratislava.“
Da das ehemalige Elefantenhaus, dem das größte Freigehege
Mitteleuropas angeschlossen ist, noch immer halbwegs intakt ist, will
Zoher auch für Dickhäuter in Not – etwa Zirkuselefanten – wieder
eine Auffangstation betreiben: „Das ist aber noch Zukunftsmusik, da
derartige Tiere nicht einfach beschlagnahmt werden können, sondern
freigekauft werden müssen.“
Rund eine Million Euro sollen in den nächsten 18 Monaten in das Projekt
investiert werden. Etwa 300.000 Euro in den Wiederaufbau der Tiergehege
und den Rückkauf und Rücktransport von ehemaligen Safaripark-Tieren,
200.000 Euro in die Errichtung der Kindererlebniswelt und 500.000 Euro in
die Infrastruktur für Besucher und Betrieb.
Die ehemaligen Laboraffen des US-Pharmakonzerns Baxter und die neun Löwen, die alle Turbulenzen des Safariparks überstanden haben und derzeit vom Tierschutzverein Vier Pfoten betreut werden, sind vom Projekt ausgenommen. Zoher: „Die Löwen würde ich jedenfalls gerne übernehmen.“
Safaripark: Land zahlt jetzt doch Förderung!
GÄNSERNDORF / Die ecoplus macht 382.000 Euro locker. Bedingung: Gemeinde muss sich am Park mit 25 % beteiligen.
VON THOMAS SCHINDLER
So
richtig glaubte niemand mehr daran. Jetzt ist es aber fix: Die NÖ
Wirtschaftsagentur ecoplus wird das neue Safaripark-Projekt mit der höchstmöglichen
Quote von 35 Prozent fördern. Eine der Bedingungen: Die Gemeinde Gänserndorf
muss sich mit 25 Prozent an dem 1,132 Millionen Euro teuren Projekt
beteiligen. Safaripark-Betreiber Mag. Josef Zoher ist zufrieden.
Vergangenen Donnerstag wurde die Jubelmeldung von Vize-Landeshauptmann
Ernest Gabmann (ÖVP) und ecoplus-Geschäftsführer Mag. Helmut Miernicki
verkündet. 382.000 Euro werden von der ecoplus locker gemacht. 500.000
Euro muss Zoher auf den Tisch legen, 250.000 Euro die Gemeinde. Weitere
Auflage: Der „Natur- und Erlebnispark“, so die offizielle Bezeichnung,
muss mindestens fünf Jahre existieren. Außerdem müssen die Betreiber
etwaige Verluste durch eine Bank absichern. Eine Ausfallhaftung für die Fördergelder
muss es ebenfalls geben.
Kritikpunkt
im Gutachten: Vermutlich zu wenig Gäste
Das von der ecoplus bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT)
in Auftrag gegebene Gutachten fiel durchwegs positiv aus. Einziger Punkt,
der der ÖHT Bauchweh bereitet: Die Besucherzahl. 80.000 pro Jahr wären für
eine wirtschaftliche Führung des Parks notwendig, die realistische
Obergrenze liege aber nur bei 65.000 Gästen. Zoher hingegen rechnet mit
100.000 Besuchern: „Wir bekommen nahezu täglich E-Mail-Anfragen aus den
Ost-Staaten. Das Interesse ist gewaltig.“ Dass sich die Gemeinde -
vorausgesetzt der Gemeinderat stimmt zu - mit 25 Prozent an der
Revitalisierungs GmbH beteiligt, ist Zoher nur recht: „Ich wollte immer
die Gemeinde mit ins Boot holen.“
Der
Safaripark-Betreiber zeigt sich im NÖN-Gespräch voller Tatendrang: „Kürzlich
haben wir das Nashorn Pablo um 20.000 Euro aus Deutschland zurückgekauft,
verkauft hatten wir es damals um 25.000 Euro.“ Verhandlungen gebe es
auch mit dem Verein „Vier Pfoten“ (Besitzer der Löwen) und dem Bund
sowie Baxter (Besitzer der Affen). „Wir wollen die Raubkatzen und
Schimpansen in unser Projekt integrieren.“
In erster Linie soll der Park heimische Tiere beherbergen. Erst später
werden afrikanische Tiere, wie Elefanten und Giraffen, angekauft.
Niederösterreichische Nachrichten, 11.09.2007
Gänserndorfer Löwen übersiedeln
nach Lions Rock, Südafrika
Übersiedlung/Die Safaripark-Löwen verlassen ihr Gänserndorfer Zuhause.
Löwen kommen nach Südafrika
Gänserndorf - Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten und der Tiergarten
Schönbrunn veranstalten gemeinsam einen Workshop in Rumänien. Ziel ist,
beim Aufbau der maroden Zoolandschaft höchste Standards zu vermitteln.
Ioana Tomescu, Projektleiterin von Vier Pfoten: "Grundsätzlich
unterstützen wir keine Zoos, wohl aber Tiere, die leiden oder in Gefahr
sind. Hier gilt es, Hilfe zu leisten und für die Tiere eine gute Lösung
zu finden". Vier Pfoten wird in diesem Rahmen auch die Löwen aus dem
Safaripark Gänserndorf in das Großkatzenrefugium Lions Rock (Südafrika)
übersiedeln.
27. November 2009
Tierschutz-Erfolg: "Baxter-Schimpansen" bleiben in Gänserndorf
Mehr als 16.500 Menschen haben bei dem Appell an Baxter mit gemacht. Mit Ihrer Hilfe war es möglich, die Überstellung der leidgeprüften ehemaligen Laboraffen in einen ungarischen Zoo abzuwenden. Unsere gemeinsamen Mühen haben sich gelohnt! Alle „Baxter Affen” bleiben in Österreich. Die Gruppen werden nicht auseinandergerissen. Die Finanzierung der Betreuung steht, und die längst notwendigen Außenanlagen werden auch errichtet. So kann man annehmen, dass entsprechend dem heutigen Wissensstand die Unterbringung auf die nächsten 20 Jahre gesichert sein sollte.