Das Testament einer Katze

  (Margaret Trowton)  


Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben. Ich würde auch solch´ ein Testament machen, wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im liebendem Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht: "Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh!"  Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus und gib' ihr meinen Platz. Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann.

                                                               

                                             ABSCHIED

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
Und quälende Pein hält ständig mich wach-
Was du auch tun musst, tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.

Dass du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
Muss deine Freundschaft das Schwerste bestehen.

Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muss? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei!
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

Begleite mich dahin, wohin ich gehen muss.
Nur - bitte bleib bei mir bis zum Schluss.
Und halte mich fest und red' mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh'.

Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst du es wissen,
es war deine Liebe, die du mir erwiesen.
Vertrauendes Schnurren ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

Und gräme dich nicht, wenn du es einst bist;
Der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, dass dein Herz um mich weint.

Autor unbekannt - aus dem englischen übersetzt von Werner Schuster (1983)  

            

KATZEN-SEELE

 

Mit ihren großen gelben Augen, den Glanz geschenkt von Bruder Mond,

wollen sie mein Herz mir rauben, die Wesen, die von Gott belohnt.

 

Aug in Aug mit sanften Pfoten, nehmen sie mich mit in ihre Welt.

Die tiefe Nacht die mir geboten, aus dieser Sicht wie Tag erhellt.

 

Angeschmiegt an mich die Wesen, die mich lieben wie ich bin.

Gottes Gnade sie erlesen, mit ihrem unbefleckten Sinn.

 

Ohne Hass und ohne Gräuel, sehen sie in mein Herz hinein.

Unbefangen große Liebe, neben ihnen bin ich klein.

 

(Verfasser unbekannt)

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