(Quelle : http://www.hunde-fan.de)

Infektionskrankheiten

 


Infektionskrankheiten werden durch Viren und Bakterien hervorgerufen und führen unbehandelt nicht selten zum Tod. Vorbeugende Impfungen und auch rechtzeitiges Erkennen dieser Infektionskrankheiten bieten den besten Schutz. Wir wollen Ihnen hier die bekanntesten Infektionskrankheiten und deren Symptome näher bringen, um diese in Zukunft rechtzeitig erkennen zu können. Sollten Sie den Verdacht haben, Ihr Hund könnte Symptome der jeweiligen Krankheit haben, suchen Sie bitte umgehend Ihren Tierarzt auf, und versuchen Sie nicht, Ihren Hund alleine zu behandeln. Viele der hier genannten Krankheiten sind auch für den Menschen äußerst gefährlich!


 

Staupe

Bei der Staupe handelt es sich um eine hochgradig ansteckende, fieberhafte Viruserkrankung, die weltweit verbreitet ist. Obwohl besonders junge Hunde diese Krankheit bekommen, handelt es sich um eine für alle Altersklassen gefährliche Krankheit.

Krankheitsverlauf: zunächst erkrankt der Hund an hohem Fieber (bis 41°), welches 1 bis 2 Tage andauert. Er wird apathisch, leidet an Appetitlosigkeit, bekommt Durchfall und eine starke Bindehautentzündung. Dann fällt die Körpertemperatur wieder auf um die 39°. Nach weiteren 4 bis 7 Tagen, in denen die Krankheit abzuklingen scheint, erleidet der Hund Brechdurchfall, bekommt eitrige Augen, Nasenausfluss und chronischen Husten. Magendarmentzündung und Lungenentzündung sind die weiteren Folgen. Nach einiger Zeit kann sogar eine Hirnhautentzündung hinzukommen. Der Hund bekommt Muskelzuckungen und kann nicht mehr richtig laufen. In fortgeschrittenem Stadium ist die Staupe unheilbar.

Behandlung: nur im frühen Stadium kann ein Tierarzt mit einem Immunserum helfen, und auch dann nicht in allen Fällen. Übersteht ein junger Hund die Staupe, kommt es nicht selten zu einem so genannten Staupegebiss (braunfleckige, verkümmerte Zähne), durch Schäden am Zahnschmelz.


 

Tollwut

Tollwut ist eine Infektionskrankheit, die auch dem Menschen gefährlich werden kann und ist deshalb meldepflichtig. Die Viren werden hauptsächlich durch den Biss eines an Tollwut erkrankten Tieres übertragen und verläuft meist tödlich. Der Virus befällt das Nervengewebe und verursacht so eine Hirnhautentzündung. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit können bis zu einem Jahr vergehen.

Krankheitsverlauf: bei dem erkrankten Tier tritt eine merkbare Wesensveränderung auf. Er wird launenhaft, unruhig, bellt scheinbar grundlos, wird eventuell ängstlich. Nach einigen Tagen wird die Aggressivität und die Unruhe stärker, das Tier beginnt wahllos Gegenstände zu zerbeißen, leidet an Appetitlosigkeit, beginnt stark zu speicheln, kann nicht mehr richtig trinken, kann nicht mehr normal laufen, bis hin zu epileptischen Anfällen, das Bellen geht in langgezogenes Heulen über. Neben dem meist eher aggressiven Erscheinungsbild der Krankheit gibt es aber auch Fälle, in denen der Hund eher apathisch wird, teilnahmslos mit großen Pupillen und hängendem Unterkiefer herumliegt. In beiden Fällen tritt innerhalb weniger Tage der Tod ein.

Behandlung: keine Möglichkeit der Heilung. Bei Verdacht auf Tollwut müssen nicht geimpfte Tiere in Quarantäne und werden nach erfolgter Beobachtung und positivem Befund getötet und obduziert.


 

Hepatitis

Bei Hepatitis handelt es sich um eine fiebrige Viruserkrankung in Form einer Leberentzündung, die ebenfalls stark verbreitet ist.  

Krankheitsverlauf: hohes Fieber, das Tier wirkt apathisch, oft tritt der Tod bei dieser Krankheit innerhalb weniger Stunden ein. Verläuft die Krankheit langsam, bekommt das Tier zunächst hohes Fieber, was dann jedoch wieder zurückgeht, um dann aber um so schlimmer zurückzukehren. Eine Magendarmerkrankung und Lungenentzündung sind meist die Folgen. Blutungen im Bereich des Mundes und der Augen sind nicht selten, die Hornhaut wird milchig eingetrübt. Der Vorderbauch ist meist verspannt, dick und schmerzempfindlich, hervorgerufen durch eine Leberschwellung.

Behandlung: Immunserum und Antibiotika, Verlauf der Krankheit sehr häufig tödlich.


 

Leptospirose

Die Leptospirose ist auch als „Stuttgarter Hundeseuche“ bekannt, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Die Krankheit wird vorwiegend durch Ratten oder Mäuse übertragen. Die Krankheit ist unter Umständen auf den Menschen übertragbar.

Krankheitsverlauf: Erbrechen, Durchfall, überdurchschnittlicher Durst, Husten, Atemnot und Gelbsucht.

Behandlung: Leptospirose ist meist heilbar, da Antibiotika in der Regel gut ansprechen und die Erreger so relativ gut bekämpft werden können.


 

Parvovirose

Bei Parvovirose handelt es sich um eine Viruserkrankung, die eng verwandt ist mit der Katzenseuche. Sie ist ebenfalls ansteckend und tritt häufig bei jungen Hunden (bis halbes Jahr) auf.

Krankheitsverlauf: blutiger Durchfall, ständiges Erbrechen, Gewebeaustrocknung, wechselnde Temperaturschübe, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Apathie und Zittern. Diese Viruskrankheit bewirkt im wesentlichen eine Darmentzündung, die die Darmschleimhaut mit der Zeit zerstört. Übersteht der kranke Hund die erste Woche, stehen die Zeichen gut, das er überlebt.

Behandlung: zu Beginn der Behandlung sind Infusionen gegen das Erbrechen zum Überleben notwendig. Durch Immunseren werden die Abwehrkräfte des Körpers gestärkt. Zusätzlich Mittel zur Darmentkrampfung und gegen das Erbrechen, sowie Antibiotika.


 

Tuberkulose

Tuberkulose kommt bei Hunden zwar äußerst selten vor, kann aber vom Menschen durchaus auf den Hund übertragen werden. Auch hier wird die Infektion von Bakterien hervorgerufen, eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

Krankheitsverlauf: Mattigkeit, Fieberschübe, tiefer quälender Husten, Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust. Später auch Erbrechen, Durchfall und Gelbsucht. Betroffen sind alle Organe, am meisten jedoch Lunge und Darm.

Behandlung: ist Tuberkulose nachgewiesen müssen alle Familienmitglieder vom Arzt untersucht werden. Es besteht praktisch dauernd Ansteckungsgefahr. Die Behandlung ist sehr aufwendig, dauert bis zu einem Jahr und muss mit teuren Medikamenten durchgeführt werden


 

Wundstarrkrampf

Auch als Tetanus bekannt. Bakterien dringen in Hautwunden ein und geben Nervengifte ab. Eine Impfung ist nicht notwendig, da diese Krankheit beim Hund selten vorkommt.

Krankheitsverlauf: fängt an mit Verkrampfungen der Kopfmuskulatur. Die Gifte wandern über das Rückenmark bis ins Gehirn. Auf der Stirn bilden sich Längsfalten, die Ohren stellen sich steil auf, nach hinten gezogenen Mundwinkel und starker Speichelfluss, da der Hund nicht mehr schlucken kann, verengte Lidspalten. Später auch hohes Fieber, ausgelöst durch anhaltenden Muskelkrampf, steife Rute, staksig-steifer Gang bis hin zu liegen.

Behandlung: mit Antibiotika und Tetanusseren. Heilschlaf mit Beruhigungs- und Narkosemittel gegen Verkrampfungen über 1 bis 2 Wochen und Ernährung über eine Sonde wegen Schlucklähmung. Der Wundstarrkrampf verläuft bei Hunden leider auch gelegentlich tödlich, trotz Behandlung.


 

Salmonellose

Eine Infektion durch Bakterien. Übertragung auf den Menschen ist gering. Eine vorbeugende Impfung bei Hunden ist nicht möglich. Ansteckung erfolgt über rohes Geflügelfleisch, Tauben und Entenkot. Salmonellose muss bei einem widerstandsfähigen Hund nicht zum Ausbruch kommen.

Krankheitsverlauf: Brechdurchfall auch mit Blut möglich, Fieber, Hinfälligkeit, Gewebeaustrocknung und Apathie.  

Behandlung: Antibiotika und Diät.


 

Zwingerhusten

Verursacht durch verschiedene Viren. U.a. den Grippevirus des Menschen. Kommt überwiegend vor nach Aufenthalten im Tierheim oder Tierpension und tritt vorwiegend im Frühjahr und Herbst auf.

Krankheitsverlauf: Nasenausfluss, Bindehautentzündung, Reizhusten mit spuckendem Geräusch mit Hinweis auf Kehlkopf- und Rachenentzündung. Heiseres Bellen.

Behandlung: Verabreichung von Sekretolytika entschleimt und mit codeinhaltigen Präparaten kann der Hustenreiz gestillt werden. Antibiotika verhindert schwerere Erkrankungen. Nach 1-2 Wochen ist die Erkältung meistens ohne Folgen abgeheilt.


 

Toxoplasmose

Mensch und Hund können gleichfalls getroffen sein. Kleinste tierische Lebewesen lösen diese Infektionskrankheit aus. Die Ansteckung erfolgt durch im Katzenkot enthaltene Eier, meistens aber durch Fütterung von rohem Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch.

 

Krankheitsverlauf:  bei Welpen und Junghunden kommt es zu schweren Infektionen mit Brechdurchfällen, eitrigem Nasenausfluss, Husten, Herz, und Augenerkrankungen und Gelbsucht. Wird die Infektion chronisch, kann es wie bei der Staupe zu Gehirnhautentzündung kommen.

Behandlung: nach 2-3 Wochen Behandlung mit Antibiotika- und Sulfonamidkuren können gute Erfolge erzielt werden, aber nur wenn die Krankheit noch nicht weit fortgeschritten ist.