Quelle :  http://www.catgirly.de


Einleitung

Die Leukose wird durch das feline Leukämie-Virus (FeLV) ausgelöst, welches erstmals 1964 von einer Katze isoliert wurde, welche an der Thymusform (Befall der Thymusdrüse; bei der Thymusform kommt es zu Atembeschwerden, sie ist nicht ohne Weiteres von der trockenen Form der FIP zu differenzieren) der Leukose erkrankt war. Das FeLV ist für die Hauskatze nach wie vor eine wichtige Infektion, sie hat in den letzten Jahren jedoch an Häufigkeit abgenommen (etwa 2-10% der Katzenpopulation in Europa).

Aufgrund der Forschungen steht inzwischen fest, dass manche Katzen jahrelang virämisch sein können, ohne selbst klinisch zu erkranken, andere Katzen hingegen sterben früh (oftmals bis zu einem Alter von 3,5 Jahren) an den Folgen des Virus. Das FeLV verursacht nicht nur Tumoren, sondern auch eine Reihe weiterer Erkrankungen, die zahlenmässig weitaus bedeutender sind als Tumoren.

Weiterhin können sich Katzen mit dem FeLV infizieren, das Virus aber auch selbstständig wieder eliminieren. Ist die Virämie nur von kurzer Dauer (drei Wochen) und hatte das Virus das Knochenmark noch nicht erreicht, können die Katzen das Virus vollständig aus dem Körper eliminieren. Deshalb ist es auch wichtig, bei einem positiven ELISA-Testergebnis die Katzen nach drei bis sechs Wochen noch einmal zu testen.

Eigenschaften des Virus

Das FeLV ist in der Aussenwelt sehr labil; auch gegenüber normalen Haushaltsreinigern ist es höchst empfindlich. Bei Raumtemperatur verliert das Virus innerhalb von Minuten seine Infektiösität. Deshalb ist es auch weitgehend auszuschliessen, dass der Mensch als Überträger (Schuhe, Kleidung) eine Rolle spielt.

Epidemiologie/Übertragung

Die FeLV-Infektion ist in der Regel eine Infektion der freundlichen, kontaktfreudigen, sozialen  Katze. Katzen infizieren sich in der Regel durch direkten Kontakt mit FeLV-Ausscheidern oder - wohl seltener - indirekt durch gemeinsame Benutzung von Futternäpfen mit infiziertem Katzenspeichel. Hauptinfektionsquelle ist der Speichel, durch den die infektiösen Viruspartikel ausgeschieden werden. Eintrittspforte ist die Maul- und Nasenhöhle. FeLV wird aber auch mit dem Urin und dem Kot ausgeschieden. Besonders effizient wird die Infektion durch Bissverletzungen und soziale Kontakte (z.B. gegenseitige Fellpflege).

Findet eine Infektion statt, kann die Ausbreitung des Virus im Organismus der Katze durch ein funktionierendes Immunsystem an jeder Stelle (der Ausbreitung im Körper) unterbrochen werden, auch noch nach Wochen und Monaten einer anhaltenden Virämie. Ob sich das Virus längerfristig im Körper etablieren kann, ist nicht nur vom Funktionieren des Immunsystems abhängig, sondern auch vom Alter und von den Haltungsbedingungen. Besonders empfänglich für die FeLV-Infektion sind junge Tiere unter 16 Wochen; ältere Tiere lassen sich weniger leicht infizieren, sind aber unter Umständen auch empfänglich.

Wichtig zu wissen ist auch, dass in Tierheimen oftmals bei Fundkatzen (Geschwister) nur eine Katze auf FeLV getestet wird (als Katzenhalter bekommt man aber immer die Aussage, dass alle Geschwister getestet sind, obwohl das in sehr vielen Fällen nicht stimmt). Danach wird davon ausgegangen, dass alle Geschwister negativ bzw. positiv sind. Dies muss aber nicht sein. Wenn es während der Trächtigkeit einer Katze zu einer latenten (versteckt, nicht offenkundig) Infektion der Milchdrüsen kommt, sind in der Regel nie alle Jungtiere infiziert, sondern nur jene, die Milch von den infizierten Drüsenkomplexen aufgenommen haben. Deshalb sollte man meines Erachtens immer noch einen FeLV-Test bei dem eigenen Tierarzt durchführen lassen (insbesondere dann, wenn im Haushalt bereits eine oder mehrere Katzen leben).

Klinische Symptome

Bei den durch das FeLV bedingten Symptomen und Krankheiten kann zwischen primären und sekundären unterschieden werden.

Zu den primären, die als unmittelbare Folge der FeLV-Infektion entstehen, Symptomen und Krankheiten gehören:

Knochenmarksdepressionen
Tumore des lymphatischen und myeloischen Systems
sehr selten Fruchtbarkeitsstörungen sowie
ausserordentlich selten Systemerkrankungen des Skeletts und
Hauthörner an den Pfoten

Knochenmarksdepressionen kommen am häufigsten vor. Das Virus setzt sich im Knochenmark fest und stört dort die Bildung der roten Blutkörperchen. Meist kommt es dann nach Monaten oder Jahren zu einer Anämie. Bis dies für den Menschen ersichtlich wird, ist der Hämatokrit meist schon auf 10% und weniger gefallen (zu den Blutwerten bei Anämie).

Auch neurologische Störungen können bei Katzen beobachtet werden, die das FeLV schon längere Zeit in sich tragen. Es kann zu Ausfallserscheinungen der Nachhand als Folge einer Tumorbildung im Bereich des Rückenmarks kommen. Virusantigen wurde auch in Nervenfasern oder deren Hüllen beobachtet.

Mit Fruchtbarkeitsstörungen ist - auch wenn es eher selten vorkommt - bei jeder FeLV-positiven Katze zu rechnen. In den meisten Fällen sind dann auch die Kätzchen FeLV-positiv. Allerdings muss auch gesagt werden, dass auch FeLV-positives-Muttertier nicht infizierte Jungen zur Welt bringen kann.

Zu den sekundären FeLV-bedingten Krankheiten gehören:

Immunsuppression

Durch die Immunsuppression werden die folgenden Infektionen begünstigt: FHV-1-Infektion (Katzenschnupfen), Toxoplasmose, Infektionen mit Haemobartonella felis sowie eine Reihe bakterieller Infektionen. Häufig zeigen FeLV-positive Katzen  Zahnfleischentzündungen, schlecht heilende Wunden, die Neigung zu Abszessbildungen, Entzündungen der Ohren sowie ein mattes, ungepflegt erscheinendes Fell.

Weiterhin erkranken FeLV-infizierte Katzen häufig an einer felinen infektiösen Peritonitis (FIP). FIP muss als finale Infektion angesehen werden.

Immunreaktion

Die FeLV-Infektion hemmt das Immunsystem an verschiedenen Stellen. Dies kann im Zusammenhang mit Impfungen zu unerwünschtem Versagen der Vakzinierung führen. Ganz fatal kann dies bei der Tollwutimpfung sein, die bei einer FeLV-positiven Katze markant abgeschwächt werden kann und nur noch gerade mal 10% der gewünschten Antikörperreaktion entwickelt. Falls in einem Tollwutgebiet eine FeLV-positive Katze geimpft wird, wähnt sich der Tierhalter also in einer falschen Sicherheit.

Da kein einfacher Test zur Verfügung steht, mit dem das Immunsystem überprüft werden kann, müssen FeLV-positive Katzen anlässlich der Impfung einer sorgfältigen klinischen Untersuchung unterzogen werden, da auch alle anderen Impfungen evtl. nicht zu der gewünschten Antikörperreaktion führen könnten. Allerdings ist hier die Konsequenz weniger fatal als bei einer nicht wirkenden Tollwut-Vakzinierung. Ich persönlich stehe Impfungen sowieso sehr skeptisch gegenüber und denke, dass man wirklich überlegen sollte, ob man einer FeLV-positiven Katze den Impfstress zumuten sollte, wenn sich die Antikörperreaktion evtl. sowieso nicht wie gewünscht entwickelt.

Impfungen

Bei der FeLV-Impfung kommt keine Lebendvakzine in Frage, da unter gewissen Umständen mit der Imfpung eine "Zeitbombe" für die Tumorentstehung gelegt werden könnte.

Wird eine Katze mit vorbestehender FeLV-Erkrankung geimpft, so kann sich der Besitzer evtl. beim Tierarzt beklagen (in Amerika kann man schon "verklagen") und die Katze wird mit grosser Wahrscheinlich zum Garantiefall. Denn schließlich ist die Katze ausgerechnet an der Krankheit erkrankt, die man mit "viel Aufwand" vermeiden wollte. Für den Tierarzt heisst das, dass er vor jeder Impfung eigentlich darauf bestehen sollte, dass ein FeLV-Test für der Impfung durchgeführt wird. Sollte, bei unklarer Herkunft, die Katze evtl. auch schon geimpft worden sein, ist der Test nach wie vor aussagekräftig. Der ELISA (Schnelltest beim Tierarzt) testet auf das Antigen (also auf das Virus) und nicht auf evtl. vorhandene Antikörper, die durch eine Impfung "hervorgerufen" werden.

Therapie

Eine langfristig wirkungsvolle Therapie ist bisher nicht bekannt. Bei einem Vortrag im November 2003 sagte Prof. Dr. Lutz, dass die gelegentlich empfohlene Therapie mit dem Paramunitätsinducern (z.B. Baypamune) in keinem einzigen Experiment auch nur die geringsten positiven Effekte erkennen liess. Diese Art der Therapie nütze allenfalls dem Tierarzt und dem Hersteller, nicht aber der Katze (dies wird bestätigt durch Prof. Horzinek).

Experimentell sind verschiedene Verfahren beschrieben worden. Hierzu gehört die Entfernung von Immunkomplexen aus dem Plasma der Katze und eine Behandlung mit Interferon.

Die Behandlung mit Interferon Omega kann zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebensdauer führen (allerdings ist mir bisher nur ein Fall bekannt - siehe auf dieser Seite ganz unten die Erfahrungsberichte). Ich persönlich glaube, dass, wenn Interferon helfen soll, es bereits frühzeitig eingesetzt werden müsste. Aber ich bin noch immer nicht überzeugt, dass es wirklich nur einen Nutzen, aber keinen Schaden erzeugt. Das muss aber jeder Tierbesitzer in Absprache mit seinem Tierarzt selbst entscheiden.

Der Tierarzt, der Bazi durch die ersten beiden Lebensjahre begleitet hat, gab ihm alle 2-3 Monate eine Spritze Baypamune. Da ich von diesem Tierarzt sehr enttäuscht wurde, habe ich den Tierarzt gewechselt. Meine neue Tierärztin hat mir bei Bazi damals empfohlen, 2-3x jährlich eine "Kur" mit Neythymun (homöopathisch) durchzuführen und das Baypamune nicht mehr zu geben, da sie die gleiche Ansicht vertritt wie die Prof. Lutz/Horzinek. Ich habe nur noch eine Kur mit Neythymun durchführen können (Bazis Hämatokrit lag damals bei 18%). Kurz vor Beginn der 2. Kur ist Bazi zur Regenbogenbrücke gegangen. Ob ihm das Neythymun noch ein bisschen mehr Zeit verschafft hat, ob es ihm noch mehr Zeit gelassen hätte, wenn ich früher mit den Kuren begonnen hätte ... ich weiss es nicht. Ich kann diese Empfehlung einfach nur weitergeben, sie aber nicht wissenschaftlich begründen.

Artikel zu Interferon

Ein weiterer Artikel zu Interferon

http://www.laboklin.de/l_aktuel/lbi9605.htm#FeLV-Infektion

http:/www.katzennothilfe.de/felidae/pinboard/gesundheitstipps/leukose.htm

www.hahn-loehne.de/privat/tierschutz/info.html

http://www.netvet.at/felv.html

Da ich selbst bereits eine Katze an das FeLV verloren habe, bin ich an Erfahrungsberichten zu Interferon sehr interessiert. Deshalb bin ich für jede Zusendung eines Erfahrungsberichtes dankbar! Leider verfüge ich zur Zeit erst über drei Erfahrungsberichte:

Bericht 1 (negativer Bericht)

Bericht 2 (positiver Bericht)

Bericht 3 (Studie an einer Tierklinik - negativer Bericht)