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Quelle
: http://www.catgirly.de
Hilfe,
meine Katze hat FIP
Diesen
Ausspruch lese ich leider immer wieder und immer häufiger im Internet
in Katzenforen und Mailinglisten. Trotz dass es im Internet sehr viele
Informationen gibt, sind diese Katzenbesitzer oft erst einmal verständlicherweise
so in Panik, dass sie aus den vielen Informationen nicht schlau werden
oder viele Fragen auch unbeantwortet bleiben. Ich
möchte hier auch noch einmal versuchen zusammenzufassen, was ich mir
über diese Krankheit angelesen und auf Tierarztvorträgen durch
Experten (z.B. Marian Horzinek oder Prof. Dr. Hans Lutz) angehört
habe. Die Informationen sind noch nicht vollständig, aber ich werde
mich weiter informieren und an dieser Seite arbeiten!
Ich
selbst bin auch gezwungen gewesen, mich mit dieser Krankheit
auseinander zu setzen, da ich selbst eine Katze verloren habe und es
hier durch nicht genug informierte Tierärzte zuerst zur Fehldiagnose
"FIP" kam. Auch mein Kater Simba sollte wegen eines
Coronavirentiters von 1:400 eingeschläfert werden. Simba lebt noch
heute und ist ein ganz normaler, gesunder Kater. Gravierender
Unterschied zwischen Coronavirus-positiv und Ausbruch der FIP
Ganz
wichtig ist es, dass, wenn der Tierarzt sagt: Ihre Katze hat FIP, zu
unterscheiden, ob die Katze nur einen Coronaviren-Titer hat (z.B.
1:400 oder 1:800 oder höher) oder ob die Katze wirklich alle
Anzeichen der Krankheit aufweist.
Ein
positiver Coronaviren-Titer bei einer Katze sagt nur
aus, dass die Katze irgendwann einmal mit dem Virus in Kontakt
kam und nun Antikörper gebildet hat. Diese Antikörper
"bilden" den sog. Coronaviren-Antikörpertiter.
Coronaviren
können bei der Katze FIP oder eine harmlose, klinisch nicht
behandelbare, Darminfektion verursachen. Früher dachte man, dass es
sich um zwei verschiedene Coronaviren handeln würde, das "feline
enterale Coronavirus" (FECV) und das "FIP-Virus" (FIPV).
Inzwischen weiss man, dass das FIPV spontan durch Mutation des FECV
entsteht. Daher verwendet man heute nur noch die Bezeichnung
"felines Coronavirus" (FCoV) für alle bei der Katze
vorkommenden Coronaviren.
Ansteckung
FCoV
kommt weltweit bei Haus- und Wildkatzen vor. Das Virus wird vor allem
dort "verteilt" wo viele Katzen unter einem Dach leben (z.B.
Zuchten, Tierheime, Tierpensionen, Mehrkatzenhaushalte). Dies wird
sich niemals vermeiden lassen, denn es gibt einfach zu viele Katzen
auf dieser Welt.
Die
Krankheit FIP tritt auf, wenn eine Katze Varianten des FCoV ausgesetzt
ist, die mutiert sind und damit die Fähigkeit erlangt haben, sich im
Körper der Katze zu vermehren, zu verändern und FIP zu verursachen. Bis
zu diesem Zeitpunkt hat die Katze kein FIP sondern lediglich einen
Antikörpertiter der aussagt, dass die Katze in ihrem Leben einmal
Kontakt mit Coronaviren hatte und dass das Immunsystem gut in der Lage
war, Antikörper gegen das Virus zu bilden.
Es
ist leider bisher noch nicht möglich, durch Blut- oder
Kotuntersuchungen das Virus oder die mutierte Form des FCoV zu
bestimmen und damit eine 100%ige Aussage zu treffen, ob die Katze nun
an FIP erkranken wird bzw. erkrankt ist oder nicht.
Übertragung
Die
felinen Coronaviren (FCoV) werden sowohl von Katzen ausgeschieden, die
an FIP erkrankt sind, als auch von Katzen, die nicht erkrankt sind.
Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Definitiv scheiden Katzen das Virus
aus, wenn sich der Körper in der Mutationsphase befindet (heisst,
wenn eine Katze Varianten des FCoV ausgesetzt ist, die mutiert sind
und damit die Fähigkeit erlangt haben, sich im Körper der Katze zu
vermehren, zu verändern und FIP zu verursachen).
Die
Mutationsphase kann Wochen oder Monate andauern, bevor der Besitzer
erst die Anzeichen der FIP bei der Katze erkennen könnte (Apathie,
antibiotikaresistentes Fieber, Appetitmangel und evtl. Flüssigkeitsansammlung
im Bauchraum). Während dieser Zeit (Wochen bzw. Monate) scheidet die
Katze vermehrt das FCoV aus. Man hat herausgefunden, dass zu Anfang
der Mutation wenig Coronaviren ausgeschieden werden und je mehr es dem
"Ende" zugeht, die Ausscheidung der Coronaviren zunimmt.
Eine
andere, z.B. eine mit im Haushalt lebende Katze, ist also den Viren
schon lange ausgesetzt, bevor der Besitzer überhaupt merkt, dass
vermehrt Coronaviren ausgeschieden werden. Oft denken Katzenbesitzer,
sie könnten die Zweitkatze nun durch eine Impfung schützen oder
durch räumliche Trennung bis zum Tod der Erstkatze die Zweitkatze
noch schützen. Auch sehr viele Tierärzte sind auf diesem Gebiet
nicht (gut) genug informiert. Alle Massnahmen, die bei der Zweitkatze
unternommen werden, um sie nun "zu schützen" werden im
besten Fall gar nichts bringen und im schlechtesten Fall der
Zweitkatze schaden. Dies wird an anderer Stelle aber noch mal erläutert.
Coronaviren
sind chloroform, hitze-, pH- und ätherlabil. Einige Coronaviren-Stämme
können jedoch nach Antrocknen an der Oberfläche drei bis sieben
Wochen lang bei Raumtemperatur infektiös bleiben. Deshalb können
diese Viren auch indirekt über Kleidungsstücke übertragen werden.
Man sollte sich hier aber nicht verrückt machen. Wenn man das tut,
darf man nie mehr aus dem Haus gehen und keinen Besuch empfangen, um
die Gefahr zu minimieren. Übertragen wird in jedem Fall nur das
"normale" FCoV und nicht das mutierte Virus! Nur wenn das
Virus beispielsweise aus Ergussmaterial entnommen werden würde und
anschließend einer anderen Katze mittels Injektion verabreicht werden
würde, entwickeln die Katzen ebenfalls FIP.
Mutation
Ca.
80% aller Katzen
aus Populationen (Tierheime, Zuchten, Tierpensionen,
Mehrkatzenhaushalte) haben einen Coronavirentiter und damit schon
einmal Kontakt mit dem FCoV gehabt.
Nur
bei 5% dieser Katzen mutiert das Virus
und die Katzen erkranken an FIP. Diese Erkenntnis ist in meinen Augen
sehr wichtig. Ich denke, auch aus eigener Erfahrung, dass mindestens
50% aller wegen FIP eingeschläferter Katzen gar nicht an FIP erkrankt
waren. Dies kann ich natürlich nicht beweisen. Aber wenn man bedenkt,
dass zwei meiner Katzen wegen angeblicher FIP eingeschläfert werden
sollten und gar nicht daran erkrankt waren, kann man verstehen, warum
ich von einer solch hohen Prozentzahl ausgehe.
Ob
eine Mutation stattfindet oder nicht, scheint von der
Virusreplikationsrate und damit von mehreren Faktoren abzuhängen:
Virusstamm, Alter und Immunitätsstatus der Katze, vorausgegangene
Stress-Situationen, Rassedisposition (Genetik). Eines ist jedoch als
sicher anzusehen: Ist die Katze bereits durch eine andere Erkrankung
geschwächt (Erkrankungen des Immunsystems, FIV, FeLV, vorangegangene
Impfungen egal ob gegen Schnupfen/Seuche oder andere Krankheiten),
wird die Mutation des FCoV dadurch begünstigt.
Diagnose
Unabdingbar
ist die Blutuntersuchung und zwar nur einem Labor und niemals in der
TA-Praxis, da es kaum Praxen gibt, die die bei FIP überaus wichtige
Elektrophorese durchführen können. Und die braucht man unbedingt, um
evtl. eine Aussage treffen zu können.
Folgende
Parameter sind bei FIP verändert:
Hämatokrit
erniedrigt Nur
wenn zusätzlich zum Coronaviren-Antikörpertiter diese Blutwerte verändert
sind, kann man FIP vermuten.
Coronaviren-Antikörpertiter
Titer
< 1:100 Titer
1:100 und 1:400 wenn mehr als 4 Blutparameter erfüllt sind ist FIP
wahrscheinlich, sonst unwahrscheinlich
Titer
> 1:400 wenn mindestens 3 Blutparameter erfüllt sind ist FIP
wahrscheinlich, sonst unwahrscheinlich
Die
Diagnose einer zurückliegenden Coronavirusinfektion ist einfach durch
den Nachweis von Coronavirus-Antikörpern im Blut. Die Diagnose von
FIP (und damit ist der Ausbruch der Krankheit gemeint), einer
aktuellen Darminfektion oder eines Virusträgerstatus kann sehr
schwierig sein.
Da
die Untersuchungen, die aus Punktat durchgeführt werden können,
wesentlich besser sind als alle aus Blut möglichen Untersuchungen,
muss bei FIP-Verdacht immer die erste Fragestellung sein, ob ein
Erguss vorhanden ist oder nicht. Trotzdem sollte unbedingt zusätzlich
zur Punktatuntersuchung ein sog. "FIP-Screening" erfolgen.
Bei
der Blutuntersuchung sind die charakteristischsten Werte eine Erhöhung
der gamma-Globuline, eine Erniedrigung des A/G-Quotienten und eine Erhöhung
des Gesamteiweiss. Die Spezifität (Aussagekraft) dieser Werte liegt
bei über 90%. Trotzdem muss bedacht werden, dass selbst sehr hohe
Gesamteiweisswerte und sehr hohe Gamma-Globulinwerte auch bei Katzen
mit chronischen Entzündungen und chronischem Katzenschnupfen
auftreten können.
Bei
der Punktatuntersuchung ist es ganz wichtig, dass das Punktat nicht
nur dem äusseren Anschein nach beurteilt wird, da nur etwa 50% aller
Katzen mit Erguss an FIP erkrankt sind.
Andere Erguss-Ursachen können sein: malignes Lymphom,
Herzinsuffizienz, bakterielle Serositis (umfasst z.B. Rippenfellentzündung,
Bauchfellentzündung). Diese Entzündungen sind bakterieller Natur und
dann mit Antibiotika behandelbar!
Die
einfachste Möglichkeit, in der Praxis bei Katzen mit Erguss eine FIP
mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, ist die
Rivalta-Probe. Sie erfordert weder aufwendige Geräte noch teure
Reagenzien. Dazu wird ein Reagenzglas zu drei Vierteln mit
destilliertem Wasser gefüllt, ein Tropfen Eisessig dazugegeben und
vorsichtig gemischt. Dann gibt man einen Tropfen Punktat in die Lösung.
Löst sich der Tropfen auf, ist die Probe negativ. Bleibt der Tropfen
bestehen und schwebt langsam nach unten oder bleibt sogar an der
Oberfläche hängen, ist die Probe positiv. Bei einem negativen
Ergebnis ist die FIP mit grosser Sicherheit auszuschließen, bei einer
positiven Rivalta-Probe handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit
um FIP.
Ein
gutes Fachbuch für Tierärzte schreibt auch, dass in unklaren Fällen
weiterhin evtl. Probelaparatomien erfolgen und Organbiopsien
histologisch und eventuell immunhistochemisch untersucht werden
sollten, um eine sichere Diagnose zu stellen (das bedeutet, dass der
Katze unter Narkose Gewebe entnommen wird und dann in einem Labor
untersucht wird) (dazu möchte ich jedoch keine Empfehlung abgeben).
Therapie
Ist
die FIP einmal ausgebrochen, kann man leider nichts mehr tun. Versuche
mit der gleichzeitigen Gabe von Interferon und Cortison haben gezeigt,
dass es in manchen Fällen zwar lebensverlängernde Wirkung hat, aber
es verlängert das Leiden nur um höchstens 14 Tage.
Vorsorge
Oftmals
erhofft man vielleicht bei einem Coronaviren-positiven Tier durch
Beeinflussung des Immunsystems einen positiven Effekt zu erzielen und
dadurch die Mutationsgefahr eindämmen zu können. Leider ist dem
nicht so.
Denn
eine Stärkung des Immunsystems (Paramunisierung z.B. mit Baypamune)
wird inzwischen nicht mehr empfohlen, da weitere Koppelungen des Virus
an Abwehrzellen angeregt und so "schlafende Hunde" geweckt
werden.
Hierzu
sollte man folgendes wissen (ich möchte versuchen, es nicht
"hochwissenschaftlich" zu erklären):
Wichtig
ist, dass bei einem Ausbruch zwei Zellen des Immunsystems
Besonderheiten aufweisen und zwar die B- und T-Zellen der Lymphozyten.
Bei einem Ausbruch steigt die Aktivität der B-Zellen an und die
Aktivität der T-Zellen fällt. Durch die Gabe von Interferon wird die
Aktivität der T-Zellen angeregt. Durch die Gabe von Cortison die
Aktivität der B-Zellen vermindert. Damit hat man, wie bereits
beschrieben, nun also versucht, FIP (ohne Erfolg) zu heilen.
Bei
dem gesunden Immunsystem der Katze, ohne Anzeichen einer Mutation,
sind diese B- und T-Zellen in ihrer Aktivität in einem gesunden
Gleichgewicht. Regt man nun bei einer gesunden Katze (die lediglich
einen Coronavirus-Antikörpertiter aufweist) das Immunsystem an, kann
es passieren, dass man die B- und T-Zellen aus dem Gleichgewicht
bringt und damit eine Mutation begünstigen könnte.
Wenn
man also nun schon das Immunsystem zur eigenen Beruhigung stärken möchte,
würde ich dazu tendieren, nur die T-Zellen anzuregen. Meines Wissens
nach gibt es hier nur zwei Alternativen:
Die
erste Alternative ist das feline Interferon. Da mir persönlich dieses
Medikament noch zu unerforscht ist, würde ich es nicht einsetzen.
Die
zweite Alternative ist das homöopathische Medikament "Neythymun
oral". Dieses Mittel unterstützt ebenso wie das Interferon die
T-Zellen des Immunsystems.
Das
muss allerdings jeder Katzenbesitzer für sich entscheiden. Ich finde
jedoch, dass man das Immunsystem der Katze eher nicht unterstützen
sollte, denn jede Unterstützung kann zur Folge haben, dass das
Immunsystem aus dem Gleichgewicht kommt und so eine evtl. Mutation
unterstützt wird.
Impfung
Eine
Frage sollte man anfangs erst einmal stellen und die Antwort darauf
ist die in meinen Augen wichtigste in Bezug auf die Impfung gegen FIP:
Kann die Impfung angesichts der hohen Durchseuchung mit Corona überhaupt
etwas bringen? Professor Niels Pedersen äußerte sich dazu in Düsseldorf,
und zwar sehr klar: "Die FIP-Impfung ist absolut harmlos, sie
bringt den Tierärzten und der Pharmaindustrie Geld und sie hat keinen
Sinn."
Trotzdem
möchte ich auch hierzu noch ein paar Sätze sagen. Sollte man
unbedingt impfen wollen, müssen unbedingt ein paar Dinge beachtet
werden:
Die
Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen. Bei Katzen unter 16
Wochen sollte die Impfung nicht eingesetzt werden. Die Katzen sollten
aber auch nicht älter sein als 16 Wochen. Die Zweitimpfung sollte im
Alter von 20 Wochen erfolgen. Danach ist eine jährliche
Boosterimpfung notwendig.
Grundsätzlich
sollte niemals eine Impfung ohne vorherigen Test erfolgen. Hierbei ist
zu beachten, dass die Tests mit extremer Vorsicht interpretiert werden
sollten. Die Menge nachweisbarer Antikörper gegen FCoV, die im Blut
einer Katze zirkulieren, korreliert nicht mit dem evtl.
Krankheitsbild. Sind keine Antikörper vorhanden, schließt das eine
Infektion mit FCoV nicht aus (manchmal hat eine Katze soviel Antigen
im Blut, dass alle Antikörper gebunden sind und keine freien Antikörper
zum Nachweis übrig bleiben). Das bedeutet, dass ein "Null-Titer"
eigentlich auch gar nichts aussagen kann.
Auf
keinen Fall sollten Katzen in einem Haushalt geimpft werden, in dem
kurz vorher ein Tier an FIP erkrankt ist. Auch nicht geimpft werden
sollten Katzen, die einem hohen Infektionsdruck ausgesetzt sein könnten
(evtl. durch bereits mit dem FCoV-infizierte Katzen im gleichen
Haushalt).
In
einer in 2002 durchgeführten Studie der Universität Giessen hat sich
gezeigt, dass gegen FIP geimpfte Katzen, die einem hohen
Infektionsdruck ausgesetzt wurden, eher an FIP erkrankten, als Katzen,
die keinen Impfschutz hatten.
In
drei älteren Studien wurden in Bezug auf die Wirksamkeit verschiedene
Ergebnisse erzielt:
Studie
in 1991: Wirksamkeit der Imfpung 80% Umgang
mit FCoV-infizierten Katzen
Viele
Katzen sind in der Lage, eine FCoV-Infektion zu eliminieren und
infolge wieder Antikörper-negativ zu werden (aber auch dann sollte
man nicht impfen, die Impfung macht wenn überhaupt nur Sinn, wenn die
Katze noch niemals das Virus gesehen hat). Dies kann allerdings Monate
bis Jahre dauern und ist nicht so sehr häufig anzutreffen.
Hat
man nun also eine Katze mit einem Coronaviren-Antikörpertiter sind
ein paar Dinge zu beachten. Man sollte aber nicht vergessen, dass die
Katze gesund und nicht krank ist und sie auch genauso zu behandeln:
als gesunde Katze. Denn Katzen spüren, wenn der Besitzer in Panik
ausbricht und reagieren oftmals empfindlich auf solche
"geistigen" Signale der Besitzer.
Weiterhin
sollte Stress vermieden werden (z.B. Operationen, Trächtigkeit,
Dauerrolligkeit, Impfungen, Besitzerwechsel) und die Gabe von Kortison
(zur Erinnerung: Kortison senkt die Aktivität der B-Zellen des
Immunsystems und bringt so das Gleichgewicht durcheinander). |
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Fragen
und Antworten Grundsätzlich
muss natürlich ein Tierarzt befragt werden. Leider stelle ich selbst
immer und immer wieder fest, dass gerade in Bezug auf FIP bei den Tierärzten
noch immer zuviel Unwissenheit vorherrscht, wohl auch deshalb, weil
auch die Wissenschaft hier immer noch keinen nennenswerten und grossen
Fortschritt macht. Ich möchte hier an dieser Stelle einfach ein paar
Fragen aus meiner Sicht und mit den mir vorliegenden Daten
beantworten, die im Internet immer wieder auftauchen. Sicher wird dies
der ein oder andere vielleicht etwas anders sehen, aber FIP ist eben
eine Krankheit, bei der viele Fragen nicht 100%ig beantwortet werden können
- aus Sicht der Wissenschaft, der Tierärzte und der Laien ... Ich
habe eine Katze an FIP verloren, wird nun auch die Zweitkatze
erkranken und kann ich noch etwas tun, um sie nun vor der Mutation des
Virus zu schützen? Mit
hoher Wahrscheinlichkeit wird bei der Zweitkatze das Virus nicht
mutieren, denn es ist äusserst selten, dass in einem Haushalt zwei
Katzen in Folge an FIP erkranken und sterben. Ob
nun eine Katze gerade an FIP erkrankt ist oder nicht: Der allgemeine
Forschungsstand sagt aus, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit
lediglich das FCoV und nicht das mutierte Virus übertragen wird -
entweder per Tröpfcheninfektion aber in der Hauptsache durch den Kot.
Die Wissenschaftler sind noch nicht 100%ig sicher, aber es bleibt also
eher eine minimale Wahrscheinlichkeit, dass das mutierte Virus übertragen
wird. Prof. Dr. Hans Lutz sagte im Vortrag am 19.11.2003 am Paul
Ehrlich Institut in Langen, dass diese Wahrscheinlichkeit so gut wie
gar nicht vorhanden sei. In deren Augen ist es dann nicht das mutierte
Virus sondern ein anderer Stamm der Coronaviren. Wäre die
Wahrscheinlichkeit der Übertragung des mutierten Virus sehr hoch, würde
es wohl nur noch halb soviele Katzen auf der Welt geben. Sollte
die Zweitkatze nun schnellstmöglich gegen FIP geimpft werden? Nein,
auf gar keinen Fall. Wie in der vorangegangenen Frage bereits erklärt,
ist die Zweitkatze mit hoher Wahrscheinlichkeit nun sowieso mit dem
FCoV in Kontakt gekommen. Nun macht es überhaupt keinen Sinn, die
Katze auch noch dem Impfstress auszusetzen. Ihr Immunsystem hat nun
sowieso schon genug zu tun und die Impfung, wenn sie denn wirklich
einen Schutz bietet was ich ja bezweifele, kann nun ja ihren Zweck
nicht mehr erfüllen. Im schlimmsten Fall kann sie nun absolut
schaden. Selbst
wenn nun ein sofortiger Bluttest veranlasst wird, kann es sein, dass
die Zweitkatze keinen Coronavirus-Antikörpertiter aufweist. Ich
zitiere noch einmal den Text zum Thema Impfungen: Hierbei ist zu
beachten, dass die Tests mit extremer Vorsicht interpretiert werden
sollten. Die Menge nachweisbarer Antikörper gegen FCoV, die im Blut
einer Katze zirkulieren, korreliert nicht mit dem evtl.
Krankheitsbild. Sind keine Antikörper vorhanden, schließt das eine
Infektion mit FCoV nicht aus (manchmal hat eine Katze soviel Antigen
im Blut, dass alle Antikörper gebunden sind und keine freien Antikörper
zum Nachweis übrig bleiben). Und das könnte bei der Zweitkatze der
Fall sein, da sie ja einem enormen Virus-Druck ausgesetzt war, da die
verstorbene Katze während der Mutationsphase millionenfach Viren
ausgeschieden haben kann. Das bedeutet, dass ein "Null-Titer"
eigentlich auch gar nichts aussagen kann und deshalb sollte man
unbedingt von der Imfpung absehen. Impfen
bedeutet Stress und Stress sollte nun bei der Zweitkatze absolut
vermieden werden (dazu gehören auch andere Impfungen wie
Seuche/Schnupfen, Leukose oder Tollwut). Impfungen sollten nun
generell abgewägt werden. Wenn
das Coronavirus im Körper der Katze zur gefährlichen Form mutiert
ist, (durch Stress, oder warum auch immer) ist die erkrankte (oder
auch NOCH nicht erkrankte) Katze dann Überträger/Ausscheider dieser
gefährlichen Form der Viren?
Wie
so vieles bei FIP ist dies auch noch nicht 100%ig bewiesen. Die
Wissenschaftler gehen aber mit grosser Wahrscheinlichkeit davon aus,
dass zwar während der Mutationsphase eine Katze gesteigert Viren
ausscheidet über den Kot (heisst am Anfang sind es einigen Viren und
kurz vor dem Ausbruch sind es Millionen von Viren), aber dass sich
eine mit im Haushalt lebende Katze "nur" mit dem normalen
Virus auseinandersetzt und nicht mit der mutierten Form. Ab
welchem Titer steigt das Risiko so an, dass man sagen kann, ein
Ausbruch der FIP ist bei dem hohen Titer wahrscheinlicher?
Der
Titer sagt ja erst mal einfach nur aus, dass die Katze einmal mit dem
FCoV in Kontakt kam und dass das Immunsystem der Katze Antikörper
gegen Coronaviren gebildet hat. Die
Höhe des Titers scheint mir nicht besonders aussagekräftig zu sein.
Hoher Titer kann heissen: viele Coronaviren, aber auch: starkes
Immunsystem. Über die Wahrscheinlichkeit, daß die Katze auch an FIP
erkrankt, sich also die Mutation der Viren im Körper vollzieht, sagt
der Titer in meinen Augen gar nichts aus (es sei denn, die Katze
befindet sich gerade in der Mutationsphase). Und
wie hoch dieser Titer dann im besten Fall sein sollte? Ich weiss es
nicht, wobei mein persönlicher "Traumtiter" bei 1:400
liegt, heisst, es wurden Antikörper gebildet aber das Immunsystem läuft
nicht auf Hochtouren um noch mehr Antikörper zu bilden. Allerdings
haben zwei meiner Katzen einen Titer von 1:800 und sind gesund. Die
anderen beiden Katzen sind nicht getestet, aber ich gehe doch stark
davon aus und hoffe es auch, dass auch sie einen Titer haben. Was
heisst "Early Weaning" und wie ist der Stand in Deutschland? Da
neugeborene Katzenwelpen in den ersten 5 Wochen ihres Lebens durch die
Muttermilch geschützt werden, werden für die trächtigen Mütter
kurz vor der Geburt sogenannte "SPF - Zimmer" eingerichtet,
in denen peinlich genaue Hygienevorschriften strengstens und immer (
!!) beachtet werden. Es darf nur von einer einzigen Person betreten
werden, die zudem immer penibel saubere, gewechselte Kleidung trägt
(kein Kontakt mit den anderen Katzen des Bestandes!). Außerdem müssen
bei jedem Betreten die Schuhe und die Hände desinfiziert werden. Prof.
Dr. Lutz sagte auf dem Vortrag am 19.11.2003 am Paul Ehrlich Institut
folgendes dazu: Bei
einer in Deutschland durchgeführten Studie war das Verfahren nicht
erfolgreich. Er wüsste nicht, warum es angeblich in England
funktioniert. Hier würde es nicht funktionieren. Können
auch gegen FIP geimpfte Katzen an FIP erkranken? Ja.
Und wenn eine Katze noch dazu vorher schon einmal Kontakt mit
Coronaviren hatte, ist das Erkrankungsrisiko noch höher. In einer
Studie wurden die Katzen nach Titerbestimmung geimpft. Folgendes
Ergebnis lieferte die Studie:
Katzen
mit Titer < 1.25 wurden geimpft: Sterberate trotz Impfung während
der Studie: 3,3%
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Informative
Seiten zum Thema FIP: http://www.dr-addie.com/German/PreventionS1gr.htm http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html
http://people.freenet.de/sindern/immunschwaeche.html |